100 jahre bauhaus III : vorkurs landeskunstschule hamburg 1930-1933: Fritz Schleifer | Alfred Ehrhardt

Wo?

Berlin, Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin

Wann?

13.07.2019 - 15.09.2019

Was?

Ausstellung

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Fotos und Originale von Schülerarbeiten aus den Vorklassen an der Landeskunstschule Hamburg, die Fritz Schleifer 1930-33 unter starkem Einfluss der Erfahrungen seiner Grund-Studien am Weimarer Bauhaus unterrichtet hatte.

Schülerarbeiten der Vorklassen von Fritz Schleifer aus der Landeskunstschule Hamburg von 1930-33 werden als Originale oder als Fotografien in einer Ausstellung präsentiert.

Fritz Schleifer studierte 1922-1924 am Weimarer Bauhaus bei Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky und war mit anderen Meistern, zum Beispiel mit Lyonel Feininger gut bekannt. Das seither benutze Bauhaus-Signet geht auf einen Entwurf Schleifers zurück. Nach Architektur-Studium in München und Mitarbeit in verschiedenen Hamburger Architekturbüros bekam er wie Alfred Ehrhardt 1930 einen Lehrauftrag als „künstlerisch freischaffender Lehrer“ für die neu eingerichteten Vorklassen an der Landeskunstschule Hamburg. Ihr neuer Direktor Max Sauerlandt versprach sich damals von den Berufungen der beiden ehemaligen Bauhaus-Studenten neue Impulse im Sinne der Bauhaus-Pädagogik.

1933 wurden Sauerlandt, Schleifer und Ehrhardt sofort entlassen. Die Schülerarbeiten wurden 1937 „als Zeugnisses des Verfalls“ an die Reichskammer der bildenden Künste nach Berlin verbracht sofern sie nicht schon vorher vernichtet waren.

Fritz Schleifer hatte seinerzeit viele Arbeitsergebnisse seiner Studenten dokumentiert, die im Archiv seines Sohnes Jan Schleifer auf Negativ-Glasplatten überliefert sind. Dort befinden sich auch einige Originale, die Fritz Schleifer offenbar vor der Konfiszierung gerettet hatte.

Als er nach 1945 sofort wieder an die Landeskunstschule berufen wurde, nun als Leiter einer Architekturklasse, lies er von den vielen Negativen Papierabzüge herstellen. Diese wurden nun ein neuerliches Zeugnis (s)einer durch die Bauhauspädagogik inspirierten Unterrichts-Methode.

Als idealtypische Beispiele für die in der Nachkriegszeit wieder eingerichteten Grundklassen wurden drei Fotos dieser Schülerarbeiten 1951 für eine Broschüre der Landeskunstschule ausgewählt. Dort heißt es: “Ziel der Grundklassen ist, die Basis für die echte Moderne zu bilden, von der man sich der Gestaltung der Alltagsdinge und der freien Kunst zuwenden kann.“

Diese Formulierung stammt zwar nicht von Fritz Schleifer, aber sie steht für sein unterrichtliches Wirken, das sich in den in der Ausstellung präsentierten Beispielen widerspiegelt.

Kuratoren: Hans Bunge, Dr. Christiane Stahl
Eröffnung: 12. Juli 2019, 19-21 Uhr

Mehr Informationen

Adresse

Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin
Auguststr. 75
10117 Berlin, Deutschland
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